Alle Beiträge von Webmaster

2 RZGR Athleten der U18 auf dem Podest

Schweizermeistertitel im Lead von Dario
Herzliche Gratulation
2. Rang Vize Schweizermeisterin im Lead
Herzliche Gratulation Marilu

https://www.facebook.com/swissclimbing/videos/vb.241976999163962/1500390330161800/?type=2&theater

Für die U18 Athleten und die Elite fand am 12. September  2020  die Lead Schweizermeisterschaft in Villeneuve auf dem Programm. Spannend zu sehen, wie die Athleten in zwei Qualifiktionsrouten auf verschiedene Weise die Schlüsselstellen  lösten oder eben nicht…. Weiterlesen

Trainingslager 2020 in Bruneck

Trainingslager in Bruneck – ein Rückblick

Aus der Sicht von Simone

Falls mich jemand noch nicht kennt, stelle ich mich kurz vor. Ich bin: die Partnerin von Pit, das Mami von Enea, und vom Klettern genauso begeistert wie alle anderen Lagerteilnehmer. Meine offiziellen Aufgaben während des Lagers: zwei Yogalektionen durchführen, in der Küche helfen, Enea hüten. Meine persönlichen Wünsche für diese Woche: gute Stimmung in der Gruppe, schöne und herausfordernde Routen für die Athleten. Und vielleicht auch mal eine Gelegenheit für die Begleitpersonen, an den farbigen Griffen rumzuhangeln.

Samstag, 8.8.20:
Anreisetag mit Stopp in Innsbruck. In Feldkirch staut’s, etwas später auf der Autobahn auch wieder. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde länger. Der Freude der Athleten, in Innsbruck ein paar der zahlreichen schwierigen und langen Routen auszuprobieren, tut das keinen Abbruch.
Wir – das sind Ursina, Laura, Enea und ich – machen nur bei der Bäckerei Ruetz eine Pause und fahren danach direkt bis Bruneck. Dank Tiptoi-Büchern und Globi-Geschichten herrscht auf der hinteren Sitzreihe gute Laune. Ursina und ich plaudern ungestört.
Kaum beim Lagerhaus angekommen, muss Ursina schon wieder los zum Einkaufen. Bald treffen auch alle anderen ein und es herrscht emsiges Treiben. Taschen werden ausgepackt, es wird gekocht und gespielt. Nach dem Znacht besprechen die Athleten mit Pit die Lagerregeln und spielen bis 21 Uhr Pingpong. Ab jetzt wird es ruhig im Haus. Um 22 Uhr ist Bettruhe.

Sonntag:
Vormittags steht joggen auf dem Programm. Heiss ist es bereits jetzt. Pit übernimmt die eine, Ursina die andere Gruppe. Während die einen dank Pits Kartenlesekünsten Höhenmeter um Höhenmeter überwinden und zahlreiche (zusätzliche?) Kurven, Bögli und Slaloms absolvieren, joggen dank Ursinas Motivationskünsten auch die weniger Laufbegeisterten und die Jüngeren steile Anstiege hinauf und langen Wiesenwegen entlang.

Mit Seline, Laura und Enea besuche ich derweil den Kinderspielplatz am Dorfrand von St. Georgen. Dort gibt’s ein Bächli zum Spielen und ganz viel Schatten – herrlich.

Am Nachmittag: Yoga. Nochmals runter zum Spielplatz, dieses Mal mit allen Lagerteilnehmern ausser Pit und Enea. Neben dem Spielplatz steht nämlich ein Pavillon. Dieser bietet eine ebene Fläche zum «Turnen» und Schatten für alle an diesem heissen, sonnigen Tag. Erst zum Schluss der Lektion, als alle entspannt auf dem Boden liegen, wird mir richtig bewusst, wie schön diese 1.5 Stunden für mich waren: Alle machten konzentriert mit, das Lüftchen, das wehte, sorgte für angenehme Bedingungen, die Kulisse mit Wald, Bergen und der Burg Bruneck war einmalig. Dass Christoph in dieser Zeit mit seiner Fotokamera um den Pavillon wuselte, nahm ich kaum wahr. So viel Aufmerksamkeit hatte ich noch nie während einer Yogalektion.

Am Abend gibt’s für die Athleten eine Theoriestunde mit Pit, danach Pingpong spielen. Für die anderen: Tee trinken, Einkaufsliste schreiben, plaudern.

Montag:
Nochmals joggen am Morgen. Jetzt kennen alle das Wegnetz rund ums Lagerhaus. Höhenmeter werden heute nicht mehr so viele gesammelt – auch Pit lässt es bleiben. Nach einem frühen Mittagessen geht’s ab in die Kletterhalle Bruneck. Etwas aufwärmen im Boulderraum, dann ein Wettkampftraining am Seil.
Während Enea an den Tier- und Fussball-Griffen herumkraxelt, probier ich ein paar Boulders. Dazwischen besuchen wir die anderen in der Kletterhalle. Als wir am Schluss vor der Aussen-Kletterwand auf der Treppe sitzen und unseren Athleten zuschauen, sehen wir mehrere Stürze. Scheinbar gehen alle an ihr Limit. Eine zusätzliche Herausforderung sind die Hitze und der Schweiss, die die Griffe schmierig machen. «Wänn gömer? Es isch heiss», meint Enea. Ich glaube, er wünscht sich einen Sprung ins kühle Nass. Doch dafür ist keine Zeit. Kaum zurück im Lagerhaus, ruft die Küchenchefin zur Arbeit.

Nach dem Znacht: Theoriestunde mit Pit, danach Pingpong spielen.

Dienstag:

Das geplante Bad im See entfällt, weil baden im Gaiser See coronabedingt verboten ist. Da die Wetterprognosen schlecht sind, baden wir auch sonst nirgendwo.

Nach einem Geschicklichkeitsparcours am Morgen gehen die Athleten am Nachmittag wieder in die Kletterhalle Bruneck, diesmal zum freien Bouldern. Ursina, Christoph, Laura, Enea und ich gehen am Fels klettern. Mittlerweile haben sich die Regenwolken verzogen.

Am Abend: Theoriestunde mit Pit und Pingpong spielen.

Mittwoch:

Kein Ruhetag, dafür Alternativprogramm: der Klettersteig Speikboden. Mit den kleinen Gondeln zur Mittelstation, danach 40 Minuten wandern bis zum Einstieg – auch für die Nicht-Wanderbegeisterten gut machbar. Die Highlights auf dem Klettersteig: eine wackelige Hängebrücke und ein Drahtseil zum drüber Balancieren. Abschliessend nochmals eine Dreiviertelstunde wandern bis zur Seilbahn.
Zurück im Lagerhaus, verziehen sich die meisten schnell in ihre Zimmer zurück. Ausruhen ist angesagt. Die meisten hätten Gefallen gefunden am Ausflug in die Höhe, lasse ich mir erzählen.
Das Programm von Enea und mir: Glacé Essen in der Altstadt. In ein paar Jahren gehen dann auch wir mit auf den Klettersteig.

Am Abend: nur Pingpongspielen und Tee trinken.

Donnerstag:

Nochmals Yoga, nochmals im Pavillon. Doch dieses Mal am Morgen, weniger lang und weniger streng.

Anschliessend direkt Taschen packen und ab ins Auto. Heute geht’s nach Brixen zum Bouldern. Aus dem Plan, im alten Boulderraum aufzuwärmen und in der neuen Halle ein Wettkampftraining durchzuführen, wird nichts. Kurz vor uns nimmt eine Gruppe mit Kindern den alten Boulderraum in Beschlag. So gehen wir in die neue Halle.
Eine Halle nur für uns – wann gibt’s denn das? Nach dem Aufwärmen wagen sich einige Athleten zu Beginn nur zögerlich an die vielen Boulders. Macht sich langsam etwas Müdigkeit breit? Irgendwann herrscht emsiges Treiben, man unterstützt sich gegenseitig, probiert aus. Und ich finde immer jemanden, der mir einen Tipp gibt, mir etwas vorzeigt, mich anfeuert. Es ist, als hätte ich etwa zehn Trainer gleichzeitig.
Den Bananenkuchen, den das Küchenteam am Abend zuvor gebacken hat, essen wir in der «Chill-out-Ecke» vor der Halle. Dazu einen feinen Kaffee für die Erwachsenen. Alle wirken zufrieden und entspannt. Allerspätestens jetzt fühlt es sich an wie Ferien.
Etwa eineinhalb Stunden später ist das Küchenteam wieder im Einsatz. Ferien hin oder her, jemand muss ja kochen.

Freitag:

Am Abend: Theoriestunde mit Pit und Pingpong spielen.

Am Morgen Krafttraining draussen vor dem Lagerhaus. Motivierte Gesichter, Gelächter, dazwischen immer wieder vor Anstrengung verzerrte Gesichter. Währenddessen malen Enea und ich mit Kreide Regenbogen auf den Boden. Für einmal bin ich froh, darf ich nicht mitmachen. Die Woche ist schon lang, der Schlaf nicht so gut wie zuhause.
Am Nachmittag ein letztes Mal Klettern in Bruneck. Christoph und ich dürfen auch mit. Trotz aller Müdigkeit wachen meine Muskeln wieder auf. Wir finden viele spannende Routen, die unserem Gusto entsprechen. Alle ausprobieren können wir nicht, irgendwann reichen Kraft und Zeit nicht mehr.

Am Abend – die Leser ahnen es: Theoriestunde mit Pit und Pingpong spielen.

Samstag:

Abreisetag. Ruck-zuck und das Haus ist leer. Kurz nach 9 Uhr sitzen wir bereits im Auto. Ich blicke mich ein letztes Mal wehmütig um. Ob wir nächstes Jahr wieder hierherkommen werden?

In Innsbruck stoppen dieses Mal auch wir. Die Athleten freuen sich, nochmals hier klettern zu können. Christoph lässt sich als Assistenztrainer einweisen, damit auch Annett mal in die Höhe klettern kann. Enea und Laura wuseln im Kinder-Boulderraum herum, während ich die Athleten durchs Fenster beobachte. Schön war sie, diese Lagerwoche, denke ich. Kameradschaftliche Stimmung, grosse Trainingsmotivation, abwechslungsreiches Programm. Ich habe mich wohlgefühlt.

Das Trainingslager 2020 gehört der Vergangenheit an. Ein grosses Dankeschön an alle Athleten sowie dem ganzen Leiterteam, Pit, Annett, Ursina, Christoph und Simone.

Nachfolgend noch ein paar weitere Impressionen